Umfrage: Vertrauen in Banken größer als in staatliche Institutionen beim Umgang mit KI-Daten

45,4 % aller Befragten vertrauen ihrer Bank beim Umgang mit KI-Daten mehr als allen anderen Institutionen. Jüngere vertrauen ihrer Bank am stärksten: 51,5 % der 18–29-Jährigen sehen dort einen sicheren Umgang mit KI bei Finanzdaten. 

Top-Ergebnisse der Umfrage

  • 33,4 % aller Befragten nutzen allgemeine KI-Tools wie ChatGPT oder Gemini inzwischen mindestens einmal pro Woche
  • 27,9 % lassen sich finanzielle Transaktionen durch KI erklären
  • 81,2 % sprechen sich dafür aus, dass ihre KI-Finanz-Daten nur innerhalb der EU gespeichert werden

Berlin – 18. Februar 2026 – KI ist im Banking ein neuer Bestandteil vieler Prozesse – etwa bei der Betrugserkennung, der Automatisierung interner Abläufe oder bei Chatbots. Dass Verbraucher Large-Language-Modulle wie ChatGPT zunehmend nutzen, um finanzielle Fragen zu klären, ist ebenfalls bekannt. Offen bleibt jedoch: Welche Erwartungen haben Kunden an KI im Banking? Wie weit reicht ihr Vertrauen, wenn KI-Agenten künftig auf Konten, Karten oder Kredite aufsetzen können? Und welches Stimmungsbild zeigt sich insgesamt unter den Verbrauchern hinsichtlich KI im Banking?

KI-Nutzung bei finanziellen Angelegenheiten

Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage zeigen, dass KI bereits für einen erheblichen Teil der deutschen Bevölkerung zum Alltag gehört: 33,4 % der Befragten nutzen allgemeine KI-Tools wie ChatGPT oder Gemini mindestens einmal pro Woche. Zwischen den Geschlechtern bestehen dabei kaum Unterschiede – 32,9 % der Frauen und 33,8 % der Männer greifen regelmäßig auf entsprechende KI-Anwendungen zurück.

Im Finanzbereich setzen viele Konsumenten KI bereits gezielt ein. In den vergangenen zwölf Monaten ließen sich 27,9 % finanzielle Transaktionen durch KI erklären, 27,8 % verwendeten KI-Chatbots für Bankanliegen. Zudem eigneten sich 19,8 % mithilfe von KI neues Finanzwissen an, und 10,8 % nutzten KI-Tools zur Erstellung ihres ETF-Portfolios. Besonders aktiv sind jüngere Nutzergruppen: 41 % der 18- bis 29-Jährigen setzen KI zur Erklärung von persönlichen Transaktionen ein. Unter den 30- bis 39-Jährigen nutzen 15,6 % KI, um ein ETF-Portfolio zu erstellen.

Vertrauen in KI-Nutzung bei Finanzdienstleistungen

Trotz der zunehmenden Nutzung bleiben Sicherheitsbedenken weit verbreitet. 45,6 % der Befragten sorgen sich um mögliche Datenlecks, 34,5 % befürchten eine übermäßige Datensammlung durch KI-Abwendungen. Gerade jüngere Befragte, die KI am intensivsten nutzen, nennen zugleich überdurchschnittlich viele Risiken.

Beim Vertrauen zeigt sich ein differenziertes Bild: 45,4 % aller Befragten vertrauen ihrer Bank beim Umgang mit KI-bezogenen Finanzdaten am stärksten, gefolgt von Versicherungsunternehmen mit 40,6 % – staatliche Institutionen erreichen nur 37,6 %. Unter den 18- bis 29-Jährigen ist das Vertrauen in die eigene Bank mit 51,5 % am höchsten. 

Anforderungen beim Einsatz von KI an die Banken

Zugleich formulieren die Befragten strikte Anforderungen an Datensouveränität – ein Hinweis auf klare Regeln für den Einsatz von KI bei finanziellen Daten im Banking. 84,7 % wünschen sich die Möglichkeit, persönliche Daten jederzeit herunterladen oder löschen zu können. 82,4 % halten es für wichtig, einen KI-Agenten an- und ausschalten zu können, und 81,2 % sprechen sich dafür aus, dass ihre Daten nur innerhalb der EU gespeichert werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass KI-Anwendungen im Finanzbereich grundsätzlich auf ein beachtliches Vertrauen der Verbraucher stoßen. Zugleich sollten Finanzinstitute diese Dienste selbst verantwortungsvoll aufbauen – mit Datenhaltung in der EU und klaren Ein- und Ausschaltmöglichkeiten –, statt den Markt vollständig Anbietern aus den USA oder China zu überlassen, denen viele Kunden mit deutlicher Skepsis begegnen. Steffen Jentsch, CEO Solaris SE

Zusammenfassung

Die Ergebnisse zeigen eine bemerkenswerte Ambivalenz: Einerseits nutzen viele Konsumenten bereits aktiv KI-gestützte Funktionen für Finanzfragen – teils sogar für sensible Anwendungen wie Transaktionsanalysen oder Portfolioempfehlungen. Andererseits äußert die Mehrheit deutliche Vorbehalte gegenüber Datensicherheit und Transparenz. Bemerkenswert ist zudem, dass die jungen Altersgruppen trotz hoher Nutzung am häufigsten Risiken benennen und staatlichen Institutionen am wenigsten vertrauen. Die Daten legen nahe, dass die Akzeptanz von KI im Banking maßgeblich von klaren Datenschutzmechanismen und nachvollziehbaren Datenflüssen abhängt.

Methodik

Civey hat für Solaris vom 14.11. bis 20.11.2025 online eine Befragung durchgeführt. Befragt wurden 4.000 18- bis 65-Jährige, die Online-Banking nutzen in Deutschland. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die befragte Zielgruppe unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,5 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis. Civey erhebt Daten mit der eigenen Technologie unter verifizierten Teilnehmenden.

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